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15. Mai 2026

  • Wärmebrücken erkennen und beseitigen: Ursachen, Folgen und erste Anzeichen

Kalte Wände, hohe Heizkosten und womöglich sogar Schimmel im Haus? Vor allem in Altbauten sind das oft Anzeichen für sogenannte Wärmebrücken. Dabei handelt es sich um Stellen, an denen mehr Wärme nach außen entweicht als in den umliegenden Bereichen. Doch wie erkennt man solche Bereiche überhaupt, und was lässt sich dagegen tun?

In diesem Ratgeber finden Sie Antworten. Wir erklären, was Wärmebrücken genau sind und wie sie entstehen, wo sie besonders häufig auftreten und welche Folgen sie haben können. Zudem zeigen wir Ihnen, wie man Wärmebrücken erkennt, beurteilt und beseitigt.

Wärmebrücken: Das Wichtigste im Überblick

↳ Wärmebrücken sind Schwachstellen im Wärmeschutz eines Gebäudes und entstehen unter anderem durch Bau- oder Dämmungsmängel. An diesen Stellen entweicht besonders viel Wärme, was oft zu höheren Heizkosten, kalten Innenwänden, Feuchtigkeit oder sogar Schimmel und Schäden an der Bausubstanz führen kann.

↳ Wärmebrücken treten besonders häufig an Außenecken, Fensteranschlüssen und Balkonanschlüssen auf. Dort ist die Dämmung oft unterbrochen oder konstruktionsbedingt geschwächt.

↳ Es wird zwischen material-, konstruktions- und geometriebedingten Wärmebrücken unterschieden.

↳ Die Gefahr für Wärmebrücken lässt sich bereits beim Bau und während einer energetischen Sanierung (Dämmung) reduzieren. Hier sollten vor allem Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit verwendet werden. Viele Wärmebrücken lassen sich zudem sogar komplett vermeiden, wenn die anfälligen Stellen richtig geplant und lückenlos und fachgerecht gearbeitet wurden.

↳ Wärmebrücken lassen sich auch nachträglich verringern oder beseitigen. Je nach Art und Stelle ist das beispielsweise durch zusätzliche DIY-Dämmmaßnahmen oder eine professionelle Dämmung möglich.

Was sind Wärmebrücken?

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle am Gebäude, an der mehr beziehungsweise schneller Wärme verloren geht als in anderen Bereichen. Meist ist das der Fall, wenn die Wärmedämmung unterbrochen oder geschwächt ist.

Was passiert bei einer Wärmebrücke?

Da sich warme Luft immer den Weg des geringsten Widerstands sucht, entweicht sie vor allem über weniger gut gedämmte oder schlecht ausgeführte Bauteile nach außen. Das merkt man vor allem im Winter, wenn geheizt wird und große Temperaturunterschiede zwischen innen und außen entstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmebrücken und Kältebrücken?

Wärmebrücken werden häufig als Synonym für Kältebrücken verwendet, was allerdings physikalisch gesehen nicht ganz korrekt ist. Sie beschreiben zwar dasselbe Phänomen und gehen mit ähnlichen Anzeichen und Folgen einher, sind jedoch zwei unterschiedliche Vorgänge.

• Bei einer Wärmebrücke entweicht Wärme über eine Schwachstelle nach außen.

• Bei einer Kältebrücke verhält es sich genau umgekehrt. Hier kann die Kälte leichter von außen nach innen eindringen.

Die häufigsten Ursachen für Wärmebrücken

Zu den häufigsten Ursachen für Wärmebrücken zählen:

• unterbrochene oder lückenhafte Dämmung

• unterschiedliche Baumaterialien mit abweichender Wärmeleitfähigkeit

• Bau- und Ausführungsfehler an Anschlüssen oder Übergängen

• schlecht gedämmte Fenster-, Dach- oder Balkonanschlüsse

• unzureichend gedämmte Bauteile aus Beton oder Stahl

• nachträgliche Umbauten ohne angepassten Wärmeschutz

Welche Folgen haben Wärmebrücken?

Wärmebrücken können weitreichende Folgen haben, darunter:

• höhere Heizkosten
• kalte Innenwände und ein unangenehmes Raumgefühl
• Zugerscheinungen in Fensternähe oder an Außenwänden
• mögliche Kondenswasser und Tauwasser an den Wänden
• erhöhte Luftfeuchtigkeit
• höheres Risiko für Schimmelbildung und damit auch eine Gefahr für die Gesundheit
• langfristige Schäden an der Bausubstanz, zum Beispiel durch durchfeuchtete Wände, Korrosion oder Risse im Mauerwerk

Vor allem der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten machen sich bemerkbar, da ungedämmte Gebäude oder Häuser mit vielen Wärmebrücken oft 20 bis 30 Prozent mehr verbrauchen. In vielen Fällen lassen sich diese Probleme jedoch durch nachträgliche Dämmmaßnahmen deutlich reduzieren oder dauerhaft vermeiden. Hier kann zum Beispiel eine professionelle Einblasdämmung oder eine umfassende energetische Sanierung infrage kommen. Gerne beraten wir von Heida Bau Sie dazu und finden eine passende Lösung für Ihr Gebäude.

Die drei Arten von Wärmebrücken

Wärmebrücken werden grundsätzlich in drei Hauptarten unterteilt:

↳ Materialbedingte Wärmebrücken

Von dieser Art spricht man, wenn Bauteile aus unterschiedlichen Materialien mit abweichender Wärmeleitfähigkeit direkt aufeinandertreffen. Typische Beispiele sind Stahlträger, Betonbauteile und Fensterstürze. Bei diesen Materialien und Teilen wird die Wärme in der Regel deutlich schneller als bei anderen nach außen geleitet. 

↳ Konstruktionsbedingte Wärmebrücken

Konstruktionsbedingte Wärmebrücken entstehen an Stellen, an denen die Dämmung durch die Bauweise, Planungs- oder Ausführungsfehler unterbrochen oder geschwächt ist. Häufig betrifft das Balkonanschlüsse, Rollladenkästen und Fensterbereiche.

↳ Geometriebedingte Wärmebrücken

Diese Wärmebrücken findet man dort, wo sich die Form beziehungsweise die Geometrie des Gebäudes ändert. In diesen Bereichen ist die wärmeabgebende Außenfläche größer als die Innenfläche. Typische Stellen sind zum Beispiel Außenecken, Erker, Dachschrägen, Geschossübergänge und Fensterlaibungen.

Eine Besonderheit sind zudem ältere Gebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Viele Bauweisen und Dämmstandards entsprachen damals nicht dem heutigen energetischen Standard, wodurch es hier allgemein häufiger zu Wärmebrücken kommt.

Gut zu wissen: Wärmebrücken haben oft größere Auswirkungen bei energetisch sanierten Gebäuden. Hier machen sich die Unterschiede noch einmal deutlicher bemerkbar, wenn nur einzelne Bereiche saniert oder die Dämmmaßnahmen nicht fachgerecht ausgeführt wurden. Sie sollten daher ausschließlich erfahrene Dämm-Experten beauftragen, um Wärmebrücken bereits von Anfang an bestmöglich zu vermeiden.

Typische Stellen für Wärmebrücken

Wärmebrücken finden sich besonders häufig an folgenden Stellen:

• Außenecken und Wandanschlüssen

• Fenster- und Türlaibungen

• Fensteranschlüssen und Fugen

• Haustüren

• Rollladenkästen

• Balkonanschlüssen und anderen auskragenden Bauteilen

• Deckenanschlüssen

• Dachsparren und Dachschrägen

• Giebeln und Mauerkronen

• Traufkästen

• Heizkörpernischen

• Bodenplatten und Kellerdeckenanschlüssen

• Übergängen zwischen verschiedenen Baumaterialien

• Durchdringungen der Außenwand, beispielsweise durch Rohre oder Kabel

• Schornsteinen

Gerade bei Altbauten aus den 1950er- bis 1970er-Jahren gibt es zudem noch weitere anfällige Stellen für Wärmebrücken, die nach damaligen Baustandards umgesetzt wurden. Dazu zählen unter anderem:

• auskragende Stahlbeton-Balkonplatten

• ungedämmte Attikakonstruktionen bei Flachdächern

• Regenfallrohre innerhalb von Außenwänden

• Treppenpodeste mit durchlaufender Betondecke

• Betonstürze und Stahlbetonstützen ohne ausreichende Dämmung

Bis in die 1980er- und teilweise sogar noch 1990er-Jahre wurden außerdem Rollladenkästen, Fensteranschlüsse und Kellerdecken oft nicht ausreichend gedämmt. Wenn Ihr Gebäude also in diesem Zeitraum errichtet oder saniert wurde, besteht ein höheres Risiko für Wärmebrücken.

Wie beseitige ich Wärmebrücken?

Auch wenn die Anzeichen und Folgen ähnlich sind, können Wärmebrücken unterschiedliche Ursachen und damit auch Lösungsmöglichkeiten haben. Die Wärmebrücken sollten deshalb zuerst identifiziert und beurteilt werden, um sie bestmöglich zu reduzieren oder komplett zu beseitigen.

1. Wärmebrücken identifizieren

Wenn Sie Wärmebrücken vermuten, können Sie bereits selbst erste Anzeichen suchen. Diese sind zwar nicht immer eindeutig, aber können einen ersten Hinweis geben.

Sichtbare Anzeichen: Wie erkennt man Wärmebrücken?

Typische Anzeichen für Wärmebrücken sind:

• feuchte oder kalte Stellen an der Innenwand

• Kondenswasser oder erhöhte Feuchtigkeit

• Schimmelbildung

• Zugluft oder unangenehm kalte Wandbereiche

• höhere Heizkosten als bei vergleichbaren Gebäuden (Baujahr und Dämmstandard)

Am Ende ist jedoch eine Messung mit einem Messgerät nötig, um die Temperaturunterschiede sichtbar zu machen.

Wärmebrücken sichtbar machen: So geht’s

Am besten wird nachts und bei möglichst niedrigen Außentemperaturen (idealerweise unter 0 Grad) gemessen. Dadurch kann man besonders gut sehen, wo Wärme entweicht.

Am besten nutzen Sie dafür ein Infrarotthermometer, wenn Sie punktuell messen wollen. Durch eine Wärmebildkamera können Sie hingegen großflächig Schwachstellen mithilfe von Thermografie sichtbar machen.

Aufgrund der Kosten lohnt es sich für Privatpersonen allerdings oft nicht, eine Wärmebildkamera zu kaufen. Meistens wird hier deshalb ein Sachverständiger oder Fachbetrieb beauftragt. Dieser bringt alle nötigen Messgeräte mit und kann die Wärmebrücken auch direkt fachmännisch bewerten.

2. Wärmebrücken beurteilen

Während Sie oft noch selbst erkennen oder messen können, an welchen Stellen Wärme entweicht, können am Ende nur Experten Wärmebrücken professionell beurteilen. Dafür werden die Schwachstellen gemessen, rechnerisch nachgewiesen und entsprechend der DIN 4108 bewertet.

So wissen Sie sicher, wie hoch das Risiko für Wärmeverluste, Feuchtigkeit und Schimmelbildung ist. Schließlich ist nicht jede Wärmebrücke automatisch ein Problem. Kleinere Temperaturunterschiede an Gebäudeecken oder Übergängen sind teilweise konstruktionsbedingt und lassen sich somit gar nicht ganz vermeiden.

3. Wärmebrücken beseitigen

Nicht immer müssen große bauliche Veränderungen vorgenommen werden, um Wärmebrücken zu beseitigen oder zu reduzieren. Bei kleineren Schwachstellen kann es teilweise schon ausreichen, die Stellen von innen zusätzlich zu dämmen oder abzudichten.

Für Wände oder Bereiche hinter Heizkörpern eignen sich beispielsweise Dämmfolien, bei Fußböden können Korkplatten helfen, Rollladenkästen lassen sich nachträglich dämmen und mit Gummidichtungen können kleinere Bereiche abgedichtet werden.

 

Sind die Wärmebrücken hingegen stärker ausgeprägt oder geht viel Heizenergie verloren, hilft oft nur eine professionelle Dämmung. Gerne beraten Sie unsere Experten von Heida Bau dazu.

Wärmebrücken identifizieren & fachgerecht beseitigen mit Heida Bau

Als erfahrenes Unternehmen für Wärmedämmung aus Berlin unterstützen wir Sie in der gesamten Region dabei, Wärmebrücken zu erkennen und Ihr Gebäude energetisch zu optimieren.

Ihre Vorteile mit Heida Bau:

• unverbindliches Erstgespräch

• persönliche und individuelle Beratung

• fachgerechte Lösungen zur Reduzierung von Wärmeverlusten

• Unterstützung bei energetischen Sanierungsmaßnahmen

• mögliche staatliche Förderung von bis zu 20 % der Investitionskosten*

* Durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): 15 % Basisförderung plus möglicher 5 % iSFP-Bonus.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Wärmebrücken

Nachfolgend haben wir Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Wärmebrücken zusammengefasst.

Wo entstehen Wärmebrücken?

Wärmebrücken entstehen meist dort, wo unterschiedliche Baumaterialien oder Bauteile verbunden sind. Ebenso kann die Gebäudegeometrie Wärmebrücken begünstigen.

Ist jede Wärmebrücke ein Baumangel?

Nein. Wärmebrücken können auch konstruktions- oder geometriebedingt entstehen. Von einem Baumangel spricht man nur bzw. erst dann, wenn Wärmebrücken durch eine fehlerhafte Ausführung, eine unzureichende Dämmung oder falsch verbaute Materialien entstanden sind oder dadurch Probleme wie Schimmel, Feuchtigkeit oder Schäden an der Bausubstanz auftreten.

Wie kann man Wärmebrücken beseitigen?

Bei kleineren  Wärmebrücken kann es reichen, einzelne Bereiche selbst abzudichten, zu isolieren oder nachzudämmen. Bei mehreren Wärme- und Kältebrücken oder wenn sich diese nicht selbst beheben lassen, kann Sie ein Dämmunternehmen oder ein Fachbetrieb bei der Sanierung unterstützen.

Wie kann man Wärmebrücken sichtbar machen?

Wärmebrücken können mithilfe eines Infrarotthermometers punktuell an einzelnen Stellen gemessen werden. Mit einer Wärmebildkamera beziehungsweise Thermografie lassen sich dagegen Schwachstellen und Bereiche am gesamten Gebäude sichtbar machen.

Lassen sich Wärmebrücken komplett vermeiden?

Nein, Wärmebrücken kommen bei jedem Gebäude vor. Doch nicht alle müssen zwingend beseitigt werden. Solange der Wärmeverlust und die Temperaturunterschiede im normalen Bereich liegen und kein Risiko für Feuchtigkeit oder Schimmel besteht, sind kleinere Wärmebrücken oft unproblematisch.

Kategorie: Allgemein

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