Wenn Sie ein Gebäude dämmen möchten, stoßen Sie früher oder später auf den Begriff Wärmeleitfähigkeit. Dazu berät Sie in der Regel auch Ihr Energieberater und/oder die von Ihnen gewählte Dämmfirma, wenn es darum geht, den passenden Dämmstoff für Ihr Vorhaben auszuwählen.
Viele Eigentümer möchten sich aber gerne vorab über die verschiedenen Dämmstoffe informieren. Schließlich unterscheiden sich diese teils deutlich und nicht jeder Dämmstoff eignet sich für jeden Einsatzbereich im Gebäude.
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, erklären wir Ihnen nachfolgend, was Wärmeleitfähigkeit eigentlich genau bedeutet, warum sie so wichtig für die Dämmwirkung ist und von welchen Faktoren sie beeinflusst wird.
Was genau bedeutet Wärmeleitfähigkeit, insbesondere in Bezug auf Dämmstoffe?
Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie gut ein Material Wärme weiterleitet. Bei Dämmstoffen wird sie häufig als Lambda-Wert (λ) angegeben und in Watt pro Meter und Kelvin W/(mK) gemessen.
Je niedriger der gemessene Wert, desto besser ist die Wärmedämmfähigkeit des Dämmstoffs bzw. umso besser dämmt er. Ein Dämmstoff sollte die Wärme schließlich nicht gut weiterleiten, sondern möglichst langsam durchlassen. So bleibt die Wärme im Winter im Gebäude und die Hitze im Sommer draußen.
Wie wird die Wärmeleitfähigkeit bestimmt?
Heutzutage wird die Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen in der Regel mit dem sogenannten Ein- oder Zwei-Plattenverfahren nach DIN 52612 gemessen. Dabei wird unter genormten Bedingungen im Labor geprüft, wie viel Wärme durch ein Material fließt.
Zusammen mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wurde am Fraunhofer WKI jedoch auch ein neues Verfahren getestet. Anders als beim Ein- oder Zwei-Plattenverfahren können dabei ebenso die Wärme- und Temperaturleitfähigkeit für Dämmstoffe in Abhängigkeit von Dichte und Materialfeuchte bestimmt werden. Da sich die Materialeigenschaften während der Messung kaum verändern, erhält man dadurch praxisnähere Ergebnisse.
Orientierungswerte zur Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen
Im Prinzip gelten alle Materialien mit einem Lambda-Wert unter 0,1 W/(mK) als geeignete Dämmstoffe.
Beispiele sind unter anderem
- - Polystyrol (EPS / Styropor): ca. 0,03 W/(mK)
- - Zellulose oder Holzfaser: ca. 0,037 W/(mK)
- - Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs: ca. 0,04 W/(mK)
- - Vakuumdämmplatten: extrem niedrig, ca. 0,004 W/(mK)
Wichtig: Selbst ein sehr guter Lambda-Wert für das Material allein sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob ein Dämmstoff auch in der Praxis die volle Dämmleistung erreicht. Er kennzeichnet lediglich die Wärmeleitfähigkeit unter genormten Bedingungen.
Unsicher, welcher Dämmstoff für Ihr Vorhaben der richtige ist?
Gerne beraten wir Sie und unterstützen Sie dabei, Ihr Gebäude möglichst effizient zu dämmen. Fragen Sie uns einfach an. Gemeinsam finden wir den Dämmstoff, der energetisch und auch wirtschaftlich zu Ihrem Projekt passt.
Neben den Kennwerten der Dämmstoffe fließen dabei unsere praktische Erfahrung und die jeweilige Bausituation in die Empfehlung ein. Um eine Über- oder Unterdämmung zu vermeiden, achten wir dabei unter anderem auf
- - den Wandaufbau,
- - die vorhandene Bausubstanz,
- - die Feuchtebelastung sowie darauf,
- - wie die Räume genutzt werden.
Häufig eingesetzte Dämmstoffe und ihre Wärmeleitfähigkeit
Nicht jeder Dämmstoff eignet sich für jeden Bereich im oder am Gebäude. Je nach Einsatzort werden deshalb unterschiedliche Materialien verwendet. Besonders häufig sind dabei Polystyrol und Mineralwolle, da sie gute Dämmeigenschaften haben und sich vielseitig einsetzen lassen.
Polystyrol (EPS/Styropor)
EPS wird sehr häufig für die Außen- bzw. Fassadendämmung eingesetzt, aber auch im Kellerdecken- und Dachbereich.
Typische Eigenschaften:
- - gute Dämmwirkung bei vergleichsweise geringer Materialstärke
- - sehr geringes Gewicht
- - formstabil bzw. druckfest und einfach zu verarbeiten
- - feuchtigkeitsresistent
- - wirtschaftlich und seit vielen Jahren bewährt
- - besonders geeignet bei wenig Platz
Mineralwolle (Glas- und Steinwolle)
Mineralwolle wird häufig bei der Innen-, Dach- und Deckendämmung verwendet.
Typische Eigenschaften:
- - gute Wärmedämmung
- - sehr guter Schallschutz
- - nicht brennbar (hoher Brandschutz)
- - lässt sich gut an unterschiedliche Bauteile anpassen
- - schwerer als EPS, aber dafür robuster gegenüber hohen Anforderungen
Fazit: Nicht nur der Lambda-Wert zählt, wenn es um die Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen geht
Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes und sein Lambda-Wert zeigen, wie effektiv ein Material Wärme unter genormten Bedingungen zurückhalten kann. In der Praxis kann der Wert jedoch abweichen. Der Aufbau und weitere Materialeigenschaften, die Dämmvariante, der Systemaufbau sowie die individuelle Situation beim Einbau wirken sich letztendlich ebenso darauf aus, wie gut ein Dämmstoff dämmt.
Ob Polystyrol, Mineralwolle oder ein anderer Dämmstoff sich besser für Ihr Projekt eignen, hängt daher immer vom jeweiligen Einsatzbereich, den baulichen Gegebenheiten und den Anforderungen an den Schall-, Brand- oder Feuchteschutz ab. Der „beste“ Dämmstoff ist deshalb immer der, der zum Gebäude und zur Nutzung passt, nicht unbedingt der mit dem niedrigsten Kennwert.
Gerne unterstützen wir von Heida Bau Sie und erklären Ihnen die Unterschiede, um eine effiziente, langlebige und wirtschaftliche Dämmlösung für Ihr Gebäude zu finden.
Wenn Sie möchten, können Sie uns auch ganz unkompliziert über unseren Konfigurator eine Anfrage senden. Auf Basis Ihrer Angaben erhalten Sie in nur zwei Minuten eine erste Einschätzung zu Ihrem Projekt.
